Tagebuch

Montag, 2. November 2009

Wir ham die Schnauze voll...


Ein durchweg gelungener Feiertagsausflug war das am 01. November. Heimspiel in München, der TSV 1860 gegen die roten Teufel vom 1. FC Kaiserslautern. Leider war das Spiel selbst nicht halb so schön wie das traumhaft sonnige Wetter im Stadion, die schmackhaften Kaltgetränke oder die angenehme Gesellschaft der fast 50 Fans aus meiner Heimatstadt (einwandfrei organisiert wurde die Busfahrt inklusive ermäßigtem Stadioneintritt vom Löwen-Fan-Club Kreis Neumarkt).

Unsere Löwen haben es also einmal mehr glorreich vergeigt. Dabei hatten die ersten Minuten so vielversprechend ausgesehen. Alles stürmte Richtung Tor, Sekunden später riss es uns von der Stadionbestuhlung und die Freude über den Führungstreffer von Benny Lauth war groß. Doch die Ernüchterung folgte auf den Fuß. Der reguläre Treffer wurde uns zu Unrecht aberkannt. Eine eindeutige Fehlentscheidung der Schiedsrichter.


Katastrophal...

Was daraufhin folgte war ein enttäuschendes, kraftloses und uninspiriertes Gestoppsel wie aus dem Handbuch, nicht selten begleitet von frustrierten Pfiffen der Fans und gut gemeinten Ratschlägen der Sorte "schmeißt's doch endlich diesen Holzfuß raus!". Ab der zweiten Halbzeit waren die einzig verbliebenen und hörbaren Fans, die roten Teufel in ihrer kleinen Ecke. Der Rest der 24.000 Zuschauer war so leise, dass ich es kaum fassen konnte, bis schließlich zehn Minuten vor Schluss die Nordkurve mit einem markerschütternden "Wir ham die Schnauze voll!" der Mannschaft nicht unbedingt zum bitter nötigen Motivationsschub verhalf.

Letztendlich ist es das altbekannte Problem. Zu wenig Selbstvertrauen, immer wieder entscheidende Fehler. Teilweise hapert es schon an den Grundlagen und nicht selten hat man das Gefühl körperlicher Schmerzen, wenn man dem einen oder anderen beim "Fußball spielen" zuschaut. Kann es sein, dass demotivierte Mittelfeldspieler ihrer eigenen Abwehr nachlaufen, anstatt mal in die Vollen zu gehen? Und von der Kunst des "Ballstoppens" reden wir lieber gar nicht erst. Diese ganzen offensichtlichen Defizite sind im Stadion noch viel deutlicher sichtbar, als zu Hause vorm Fernseher.

Nichtsdestoweniger war der Ausflug toll, die Stadionatmosphäre wieder ein grandioses Erlebnis und ein wenig Training der Leidensfähigkeit hat ja noch keinem geschadet: Einmal Löwe, immer Löwe! Auf in den Abstiegskampf! Kämpfen Löwen, KÄMPFEN!!!

Montag, 21. September 2009

Back 2 Reality...

Das war ein verlängertes Wochenende nach meinem Geschmack. Ein knapp 600 Kilometer langer Road Trip, unterbrochen von drei angenehmen Tagen mit Tight, vielen anderen coolen Menschen, reichlich gutem Essen, lecker Bier aus der bayerischen Heimat und einem indizierten Shooter, der gemeinhin als DER Shooter überhaupt bekannt ist und innerhalb von nicht einmal 15 Stunden auf Schwierigkeitsgrad "INSANE" bezwungen wurde. Die 50 Wellen Horde im anschließenden Multiplayermatch waren da dann nur noch eine Pflichtübung.


Gekrönt wurde das Wochenende aber nicht durch 150(+) Zusatzpunkte für den 360-Gamerscore aufgrund erfolgreicher Veteranenreaktivierung oder einem spontanen Foto-Shooting mit "Gaymes-Kultstar" Mimbee, sondern durch die Menschen, die dieses Wochenende zu einem wirklich wunderbaren Erlebnis gemacht haben. Ein Erlebnis, das in jüngster Zeit wirklich seinesgleichen suchen muss. Da kam viel hoch. Die Studentenzeit, die nun schon über ein Jahr zurückliegt. Und obwohl es sich dennoch anfühlt, als wäre man gestern erst weggezogen, ist es doch schon so lange her. Man ist wieder an Orten, die sich kaum verändert haben, aber nach wie vor den Flair vergangener Ereignisse versprühen. Ereignisse, die auf ewig im Gedächtnis verankert bleiben.

Bedauerlich ist nur, dass nun wieder 300 Kilometer zwischen Freunden liegen, die man im Alltag nicht vergessen sollte. Aber diesmal warten wir nicht derart lange auf ein Wiedersehen. Zumindest sollten wir's versuchen... schließlich muss man Härte zeigen. Nicht nur dem Boomer, sondern auch dem Schweinehund und der alltäglichen Faulheit! ;-)

Samstag, 4. Juli 2009

Ich bin dann mal...

Sonntag, 7. Juni 2009

Weicher Keks...


(MTV, Rock Am Ring Live, Limp Bizkit, 22:45-00:15 Uhr)

Es war wohl im Jahr 2000. Umbruch, Start eines neuen Millenniums, fast zehn Jahre her. Von "Three Dollar Bill, Yall$" hatte man schon mal gehört, "Significant Other" aus den alten 99ern war mehr als nur ein Begriff. Und dann kam der Schokoladensternfisch im Wurstwasser daher. "Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water" steht heute wohl für eine ganze Generation. Meine Generation, die rollenderweise ihren Weg geht, sich öfter mal umsieht, durchhält und wenn alles mal nicht so läuft, die schwarze NY-Basecap tief ins Gesicht zieht und über Dampfkessel philosophiert.

Ihr habt keine Ahnung, von was ich hier gerade rede? Dann wart ihr vor fast 10 Jahren entweder noch zu jung oder schon wieder zu alt, um mit dabei gewesen zu sein. Doch die, die dabei waren, die bekommen jetzt Wehmut. Ich habe sie gekriegt, heute, vorhin, vor einer halben Stunde, jetzt gerade, immer noch. Da brüllt Fred Durst gerade die M:I-Hymne und 60.000 Menschen sind vor Ort dabei.

Ich sitze derweil zu Hause, habe nix Besseres zu tun, als mich wie ein kleines Kind drüber zu freuen, dass meine Lieblingsband aus Jugendjahren immer noch fantastisch klingt und dass sie genau die Songs spielt, für die man sie so sehr geliebt hat und immer noch verehrt. Und ich fotografiere den Fernseher. Auf dem Kopf das dicke Ear-Phone, das mir glasklare Bässe in den Gehörgang presst. Volle Lautstärke. Wenige Meter von mir entfernt liegt die alte, knallrote NY-Cap im Schrank, die selbst heute noch hin und wieder getragen wird. Fred Durst hat heute auch wieder eine rote Kappe auf... und immer noch keine Sticker und Embleme drauf... das suckt nach wie vor und ist nur was für großspurige HipHopler!

Bleibt nur eines: Danke Jungs! Ihr wart groß, ihr seid immer noch eine brutal gute Live-Band und ich bin sicher nicht der Einzige, der sich das Jahr 2000 zumindest musikalisch manchmal wieder zurück wünscht. Vielleicht kommt ihr ja irgendwann wieder... die Fans sind über "Results May Vary" und das grottengrollige "The Unquestionable Truth (Part 1)" längst hinweg. Also... keep rollin'! Keep fuckin' rollin'!

Montag, 27. April 2009

Single Barrel Thoughts...


Ich wollte heute ja eigentlich was Tieftrauriges schreiben über Fern- und Heimweh, nahe Abschiede und Wiedersehen und natürlich den unaufhaltsamen Countdown, der bereits läuft... Stattdessen poste ich jetzt einfach dieses Bild hier, lass mich somit quasi am "Ooarsch" lecken, erfreue mich an einem oder zwei oder sogar drei oder mehr Gläsern Jack Daniel's Single Barrel On The Rocks und schwelge in Gedanken. Immer im Sinn die noch so ferne Heimat, auf die ich mich nach vier Wochen USA, unzähligen Erlebnissen, wertvollen Erfahrungen und interessanten Begegnungen auch wieder freue. Es ist doch wie man immer sagt... man muss zuerst die Heimat verlassen, um wirklich zu begreifen, wie schön es doch ist zu Hause zu sein! ;-)

Donnerstag, 23. April 2009

We're Off To See The Wizard Of Oz...

Super Idee, so ein "Dinner Theatre"! Du sitzt in einem großen Saal inmitten eines sehr stylischen Campus, der in bhutanischem Baustil gehalten ist. Serviert wird ein gemischter Salat mit leckerem Dressing als Vorspeise, danach Cordon Bleu auf Wildreis mit grünen Bohnen und als Nachspeise werden Vanille-Eis mit Schokoladensoße und ein verdammt süßer Kuchen in den schönsten Regenbogenfarben gereicht... inklusive hellblauem Schokoguss!

Passend zum eigentlichen Grund des abendlichen Ausflugs, denn während man noch am Schlemmen ist, Kaffee und danach Rotwein schlürft, spielt auf der Bühne schon alles verrückt. Natürlich im positiven Sinne, denn was die Mädels und Jungs der UTEP am heutigen Abend abgeliefert haben, war besser als manch überteuerte Profi-Vorstellung. Nicht nur "Over The Rainbow", "Ding, Dong The Witch Is Dead" oder der "March Of The Winkies" konnten überzeugen. All die sympathischen Rollen spielten mit Herz und Seele und von Gesang, Tanz und Schauspiel bishin zu Bühnenbild und dem druckvollen Live-Orchester war einfach alles rundum gelungen; eigentlich perfekt. Besonders der feige Löwe (Justin Cardenas) und der heimliche Star des Abends, Toto der Hund (Boomer Matthews), konnten begeistern. Und natürlich die kleine, süße Dorothy (Mia Ernst). Absolutely adorable! ;-) Vielen Dank für einen wundervollen Märchenabend an die tolle Crew des "Wizard Of Oz"! Hope to see you guys again some day! Keep singin'! :-)

Samstag, 18. April 2009

We Did A Lot Of Shooting...

Viel braucht man ja bekanntlich nicht, um richtig Spaß zu haben. Heute Nachmittag waren die Hauptzutaten folgende: Vier Dudes, ein großer Pick Up Truck, ein paar Quadratmeter verlassene Wüste, some targets und gefühlte 10k Patronen Munition! See what happend in the desert:


Und noch mehr Gerät und Resultate...


Geschossen haben wir unter anderem mit folgenden schönen Erzeugnissen hochgeschätzter Waffenschmiedekunst. Einer Sig Sauer 250 9mm, dem Revolver "The Judge" mit Kaliber 45 Long Colt bullets und Shotgun Shells .410, einem Colt 45 mit Kaliber 22 und der wirklich monströsen Stage Coach Shotgun mit "12 Gage" Schrot im Doppellauf. Needless to say, dass ich dank dem Schrotgewehr einen gewaltigen Bluterguss auf der rechten Brustseite davongetragen habe. ;-) Der Rückstoß ist einfach gewaltig. Da wird einem erst richtig bewusst, wie weit entfernt von der Realität die ganzen Hollywood-Actionfilme sind! Kein Vergleich! ;-)

Und immer dran denken: "Guns don't kill people. People kill people." Oder wie es der Duke einst ironisch formulierte: "Guns don't kill mutants. I kill mutants!" ;-)

Montag, 13. April 2009

Desert Rain...


Frohe Ostern & Happy Easter wünsche ich euch allen! :-) Der Eddy meldet sich mal wieder kurz aus Texas. In den letzten Tagen war das Wetter gar nicht mal so toll hier. Frische 15 bis 20 Grad und sogar ein paar Tropfen Regen! Die Leute in El Paso sagen dazu, es gäbe nur vier Jahreszeiten: Not windy, windy, very windy & very very windy! ;-)

Wir befinden uns wohl zeitweilig im Status "very windy", aber das ist schon okay so. Sorgen übers Wetter kann ich mir hier eh nicht machen. Jeden Tag passiert etwas anderes, Langeweile kommt gar nicht erst auf. Das Wochenende war vollgestopft mit Partys und Happenings. Am Freitag ein Hawaii-Lūʻau, gestern eine Geburtstagparty in New Mexiko und heute war Osterbrunch angesagt. Zahlreiche neue Leute habe ich dabei kennengelernt, darunter Persönlichkeiten aus der Welt der Photographie und des Journalismus. Die geführten Unterhaltungen waren stets wertvoll und aufschlussreich.


Upcoming Events...

Doch neben all dem Trubel kam die Tage sogar mal ein wenig Heimweh auf. Amerika hat mich anfangs umgehauen und die Aufregung war groß, aber je länger man hier ist (und man gewöhnt sich ja schnell an neue Umgebungen), desto eher wird klar, dass auch die Amerikaner nur mit Wasser kochen; wenngleich die Töpfe ein wenig größer sind. ;-)

Anyway. Die nächste Woche ist schon wieder halb verplant und die kommenden Ausflüge werden wieder für ordentlich Schreibstoff und Fotomaterial sorgen. Ich hoffe, euch gefällt mein kleines Auslandsjournal und ihr schaut auch ab und zu mal rein. Über E-Mails und Kommentare freue ich mich übrigens riesig... es ist immer schön, was aus der Heimat zu hören und nur, weil ich gerade einige 1000 Kilometer weit weg bin, heißt das noch lange nicht, dass ihr mir nicht erzählen dürft, was zu Hause so läuft! :-)

Donnerstag, 9. April 2009

How Much Is It...?

Mittwoch, 8. April 2009

Cowboyboots extreme...

Die Suche nach guten Cowboystiefeln gestaltet sich bisweilen aufregend bis verrückt. Gestern waren wir unterwegs und haben zig Geschäfte abgeklappert. Wahrscheinlich habe ich gut "Fifty Grand" an Stiefeln gesehen. Gefunden hätte ich dabei viele Passende, aber so was kauft man erst, nachdem man es mindestens dreimal probiert und ebenso lange darüber geschlafen hat. Sagen auch die Texaner!

Schließlich soll das ja eine Anschaffung für länger sein! :-)


High Class

Wo aufgrund fehlenden Budgets (vorerst) leider noch nicht gekauft werden kann, weiß ich aber schon. Bei Rocketbuster und bei Stallion. Beides Topadressen in El Paso für perfekte Boots, die nur aus besten exotischen Ledern handgefertigt werden. Wie das geht, konnte ich gestern sogar live miterleben. Sowohl bei Rocketbuster als auch bei Stallion wurden wir herzlich empfangen und durften den Handwerkern ausgiebig über die Schultern schauen.

Ein einmaliges Erlebnis, vor allem bei Stallion! Dort habe ich mich lange mit dem Chef und seiner hübschen Tochter unterhalten. Pedro Muñoz betreibt seinen Job mit Leib und Seele und gab uns einen exklusiven Einblick in sein Hochsicherheits-Lederlager. Dort liegen unvorstellbar wertvolle Häute, von seltenen Schlangen über Armadillos bishin zu Elefantenohren. Tierschützer würden hier ein Tobsuchtsanfall bekommen, aber so ist das halt hier in Texas. Je seltener, desto teurer und "besser" der Stiefel. Nicht selten kann man hier für die Produkte höchster Klasse ab 20.000 Dollar aufwärts ausgeben. Der gebürtige Mexikaner und Chef von Stallion hat übrigens ein deutsches "Schatzi", mit dem ich dann sogar kurz telefoniert habe. Eine sehr freundliche Frau! :-)


BAR-BE-KUH...

Bei Rocketbuster wurden wir für kommenden Freitag sogar zum großen BBQ eingeladen. Eine Gelegenheit, die ich mir natürlich nicht entgehen lasse. Wann hat man schon mal die Chance in einem alten zur Villa umgebauten Kino eine Hawaii-Motto-Party zu feiern und nebenbei eine Sammlung alter Caravans zu bestaunen? Amerika ist einfach verrückt, aber echt! :-)

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