Musik

Dienstag, 20. Januar 2009

5 Finger Death Punch...

Das neue Jahr ist noch keinen ganzen Monat alt, schon schneit dem Eddy eine überaus hitverdächtige Hardcore-Scheibe ins Haus, die den Titel "CD des Jahres" schon sehr sehr früh für sich beanspruchen möchte. Die Rede ist von der genialen aber hierzulande noch nahezu unbekannten fünfköpfigen Metal-Kombo "Five Finger Death Punch". Doch der Bekanntheitsgrad wird sich schon bald wandeln: Unsere Freunde in den USA rocken zwar bereits seit Sommer 2007 anständig, aber wir ziehen mit einem Reissue zum 23. Januar 2009 endlich nach und kommen somit in den offiziellen Genuss. Und was die Jungs aus Los Angeles mit ihrem Debüt "The Way Of The Fist" abliefern, lässt die Wartezeit auch wirklich verschmerzen.

Schmerzen. An sich ein gutes Stichwort, denn der Name scheint Programm zu sein. Man ist jedoch wie bei jeder neuen Scheibe aus dieser Ecke natürlich zunächst einmal bemüht, herauszuhören um welche Stilrichtung bzw. um welches Genre es sich konkret handelt. "Metalcore" könnte auch hier mal wieder sehr gut zutreffen, aber irgendwie dann doch nicht so ganz. Dazu sind die Aussagen in ihren Texten teilweise eine Spur zu "Hardcore", ebenso wie der sehr straighte "Gesang", der nicht ganz so häufig von wirklich cleanen Parts unterbrochen wird (die einzige Ballade des Albums mal streng ausgenommen). Dazu kommen dann noch diese genialen Riffs, die eigentlich direkt in die Heavy Metal-Sparte gehören müssten. Kurzum lässt sich "5FDP" in keine Schublade stecken, unterscheidet sich bei allen Gemeinsamkeiten aber zumindest angenehm vom sonstigen Metalcore; der zugegeben in den letzten Jahren zwar nicht unbedingt schlechter geworden ist, mit einigen wenigen Ausnahmen, die sich Ausflüge in Richtung "Old School" oder "Trash" trauen, aber langweiligerweise auch nicht weiterentwickelt hat.


Aber zurück zum Fünffinger-Todesschlag. Die Scheibe wartet durch die Bank mit einer solchen Energie auf, dass es einen einfach nur mitreißen kann. 10 extrem harte Songs mit schnellen Gitarren, satter Double-Base und grimmiger Einstellung; musikalisch aber auf höchstem Niveau. Besonders gefallen mir persönlich das extrem saubere Schlagzeug und die mit viel Liebe und Inbrunst geshouteten Textzeilen. Klingt alles ein wenig grunzend und nach ehrlicher Wut. Da macht jeder Schrei so richtig Spaß! ;-) Spätestens jetzt sollte auch jedem Leser hier klar sein, dass "The Way Of The Fist" kein Zuckerschlecken oder gar Weichei-Manowar-Verschnitt ist. Bei Liedern, die sich schwer im 3-Minuten-Bereich aufhalten und einer Gesamtspieldauer von gerade mal 38 Zählern ist da eher Volldampf und geballte Power angesagt. Erfreulich kurzweilig also. Ich höre sowas ja wahnsinnig gerne beim Sport; da ist das genau das Richtige.

Fazit: Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, eine kleine Auswahl meiner bisherigen Favoriten: "The Way Of The Fist" (Namensgeber des Erstlings), "The Bleeding" (die bereits erwähnte Ballade) und der Opener des Albums "Ashes". Insgesamt ein sehr guter Querschnitt des Leistungsspektrums, was in meinen Augen nur für dieses ausgezeichnete Werk sprechen kann. Eine gewisse Vielfalt lässt es also neben der ganzen "Attitude" zudem nicht vermissen. Deshalb mein Tipp für alle Freunde der harten Gangart: Reinhören, abrocken, wohl fühlen! :-)


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Mehr Infos: http://www.fivefingerdeathpunch.com/
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Mittwoch, 26. November 2008

Guns N Roses lahmt...

Der Freezer schreibt es schon sehr treffend; ich wollte es auch schon längst und ziehe hiermit nach: Die kleine aber eindeutige Kritik zur neuen Scheibe von Guns N Roses / Axl Rose. Warum Axl Rose? Weil bis auf ihn und Dizzy Reed (der schon früher auf manchen Live-Konzerten mit von der Partie war) keines der Gründungsmitglieder bzw. der wohl bekanntesten Besetzung - mit Slash als Lead-Gitarristen - mit am Start ist.

Insgesamt neun Musiker umfasst die aktuelle Besetzungsliste von Guns N Roses, davon mit Mr. Rose eingerechnet vier Gitarristen. Das macht die Scheibe "Chinese Democracy" trotz des schönen Widerspruchs in sich aber nicht wirklich besser. Mittlerweile habe ich, nachdem mich der Blöd-Markt ja vergangenes Wochenende so herrlich verarscht hat, das Album doch in Händen und bereits der vierte Versuch damit warm zu werden ist leider eher kläglich gescheitert.


Wo rockts?

Das Hauptproblem ist in meinen Augen klar formulierbar: "Chinese Democracy" hat verdammt gute Ansätze, aber es kommt schlicht und ergreifend einfach nicht in Schwung. Dass nach über 10 Jahren keine echte Guns N Roses - Platte mehr kommen würde, war mir eigentlich schon immer klar. Sowas kann ohne gewisse Mitglieder nicht funktionieren. Dennoch hätte es ein gutes Rockalbum werden können, das bestenfalls alte Zeiten aufleben lässt, denkt man an die herrlich verrückten Gesänge und Quietsch-Orgien eines Axl Rose, der somit vor allem in der Live Era - Zeit so manche Gänsehaut provoziert hat.

In dieser Zeit bin ich wohl auch hängengeblieben - zumindest, wenn es um die Gunners geht. Die neue Scheibe entzündet dagegen kaum ein Feuer, geschweige dem einen Funken. Es fehlt ganz einfach an Leidenschaft. Lediglich der Opener kann rockmäßig gesehen einigermaßen überzeugen. Hinzu kommt auf meiner Favoritenliste das reichlich moderne aber dennoch sehr schöne "There Was A Time", welches stellenweise sogar Anleihen an "Estranged" aufzeigt. Dann war's das aber auch leider schon. Die übrigen 12 Songs sind ziemlich farblos, leider ohne jeden Wiedererkennungswert und plätschern teilweise so unerträglich lahm und poppig vor sich hin, dass man ernsthaft ins Überlegen kommt, ob's der Axl überhaupt noch drauf hat.

Fazit: "Chinese Democracy" war sicherlich gut gemeint, aber über 10 Jahre Reifung haben im Gegensatz zu manchem Whiskey keine Verbesserung gebracht. Das Album ist teilweise einfach völlig TOO MUCH, da es zu viele verschiedene Stilrichtungen mischt und deshalb dermaßen überladen ein wenig Kohärenz vermissen lässt. Andernorts ist es dagegen so langweilig und grau, dass man die Songs kaum unterscheiden kann. Man wartet als Hörer und Altrocker ständig und wie besessen darauf, dass das Album endlich in Fahrt kommt und wird von Lied zu Lied nur noch frustrierter, da die üblichen Guns N Roses - Hymnen und Luftgitarrensongs in der Ahnenreihe von "Paradise City", "Used To Love Her" oder "Welcome To The Jungle" schlicht und ergreifend nicht vorhanden sind.

Weiterentwicklung ist wie so oft ein zweischneidiges Schwert und ich bin auch gerne neuen Klängen gegenüber offen. Doch eine erkennbar neue Identität mit einem alten Namen zu verkaufen, die darüber hinaus für die beinahe epische Wartezeit auch noch reichlich roh und unausgegoren wirkt, ist für mich persönlich sehr enttäuschend. Aus diesem Grund kann man nur sagen: "Chinese Democracy" ist keine echte Guns N Roses - Scheibe, auch wenn Guns N Roses draufsteht. Es ist bestenfalls ein mittelmäßiges bis gutes Rockalbum. Aber darauf muss man nicht so viele Jahre warten. Das können andere weitaus besser, z.B. Nickelback. Über die schreib ich die Tage noch ein paar Zeilen, ebenso über Die Toten Hosen. Die haben mich nämlich wirklich beide positiv beeindruckt.

Donnerstag, 20. November 2008

Wel(l)come To The Jungle...

Nein, heute geht es nicht um meine frisch entdeckte Guitar-Hero-Leidenschaft, sondern eventuell sogar um Rockgeschichte. Es gibt da so eine Band, die anno 199x Meilensteine gelegt hat. Nicht nur für meine persönliche musikalische Entwicklung, sondern in den Ahnenhallen der wohl größten Rockgötter aller Zeiten.

Die Rede ist selbstverfreilich von Guns N Roses. Ähnlich wie der Duke in der Games-Industrie und sein als "When It's Done!" angekündigter Shooterspaß "Duke Nukem Forever", stand das neue Album der Gunner bzw. das neue Album von Axl Rose seit Jahren immer wieder "kurz vor der Veröffentlichung". Echte Fans haben wohl nie aufgehört daran zu glauben - wiederum andere belächelten sowohl Axl Rose als auch seine Anhänger und hielten "Chinese Democracy" einfach nur für den größten Hoax der Musikgeschichte.

Gut, dass jetzt allen Zweiflern und Frevlern ohne schlechtes Gewissen in den Arsch getreten werden darf. Amazon listet das Album, das nun wirklich wirklich und ganz echt erscheint, ab 22. November 2008 offiziell als verfügbar - und das zu einem unschlagbaren Preis, wie ich finde.

Wer sicher gehen will, dass GNR nicht komplett verkacken, kann aber vorher alle Songs legal Probehören. Seite heute bietet die MySpace-Seite der Rosen alles was das Herz begehrt.


In diesem Sinne wünsche ich euch einen rockigen Donnerstag und freue mich auf euere Bewertungen, was "Chinese Democracy" angeht! :-)

Donnerstag, 6. November 2008

Paused...




Zurzeit gibt's in Eddys Welt irgendwie nicht viel zu sagen... und wenn man nicht viel zu sagen hat, dann kann man auch einfach mal die Klappe halten die Ruhe genießen. Weniger die, die im eigenen Kopf herrscht. Da ist es ja nie ruhig und bisweilen aufgrund des anhänglichen Virus, den ich mir eingefangen habe, auch sehr schmerzhaft.

Eher die Ruhe, die sich einstellt, wenn man alleine ist und keine Lust auf Selbstgespräche hat. Das sind dann auch die wenigen Momente, die einen in seinem latenten "Frust" zu arg komischem Konsumverhalten verleiten. Unter anderem kam heute Vormittag ein Game ins Haus geflattert, das ich schon seit Monaten herbeisehne und treffenderweise nur mit "JAAARR! 2.0" beschreiben würde. Nur ausprobieren werde ich es wohl frühestens am Wochenende. Vorher geht's einfach nicht. Gezwungene Hardcore-Selbstbeherrschung nennt man das dann wohl. Ist die Hölle, glaubt es mir!

So denn... die sanften Klänge von Linkin Parks "Leave Out All The Rest" passen abschließend ja ganz hervorragend zum heutigen massiv grauen Tag, der ja wirklich mal dazu prädestiniert wäre, ihn komplett im Bett zu verbringen. Dabei kursieren in meinen Windungen wieder Gedanken über bestimmte Menschen - gute und weniger gute. Wer sich angesprochen fühlt, wird wohl auch gemeint sein. In diesem Sinne: Der Herbst kann wohl auch ab und zu ein kleines bissel ätzend sein. ;-)

Dienstag, 30. September 2008

Story Of My Imaginary Life... Part #2




Ich lebe noch, keine Angst... Erklärungen folgen bald - privat. Alles andere würde dieses viel zu wertvolle Blog zum Meckerkasten herabwürdigen! ;-)

Freitag, 25. Juli 2008

Heind woar's griawig...

A kloana Insida fia olle, diey heind a dabai worn. Dees vastaiht aitz sowieso fost Koana, wos i doa zu später Stund no schraib, oba oans mue scho sogn: Es Haindling-Konzert woar einfach a Fetzengaudi! :-) Sauba soge! Dazua zletzt no a richtig guads Liadl, weils heind oinfach goa so schia woar un ano so richtig baasst, wiad Faust afs Auch! ;-)


Haindling - Telefon

Mehr: Haindling im Wäb

Samstag, 5. Juli 2008

Rise & Fall, Rage & Grace...

Die Überraschung des Sommers kommt für mich persönlich ganz klar von vier Jungs aus dem schönen Sonnenstaat Kalifornien, genauer Orange County. Der Legende nach hatten sich die Urmitglieder Dexter und Greg, nach einem wohl sehr beeindruckenden Konzert von Social Distortion, vor vielen vielen Jahren dazu entschieden, selbst eine Band zu gründen. Was 1986 dabei rauskam war dann "The Offspring".

Nun haben mich diese Musiker, die sich wohl am ehesten dem Punk zuordnen lassen, in meiner frühen Jugend schon sehr intensiv begleitet. Nicht zuletzt aufgrund von Titeln wie "Self Esteem", "Bad Habit", "The Kids Aren't Alright" oder "I Want You Bad" waren manch pubertäre Entwicklungsprozesse, schmerzhafte Liebschaften und Extremsituation des Erwachsenwerdens einfach besser zu ertragen. Alben wie "Smash", "Ixnay On The Hombre", "Americana" und "Conspiracy Of One" laufen heute noch, vor allem dann, wenn grundaggressive Stimmung herrscht und diese dringend durch ein Ventil nach draußen befördert werden muss. ;-)


Auf die 12... und zwar RICHTIG!!!

Was Offspring mit "Rise And Fall, Rage And Grace" jetzt aber vorlegen, hat nichts mehr mit den, von mir mehr oder weniger verhassten, Experimenten auf "Splinter" zu tun; ein Album, dass mir irgendwie nie richtig gefiel, fragt mich bloß nicht warum. Nein, die neue Scheibe ist von vorne bis hinten ein brutaler Fetzer, ein freudiger Punk-Pogo und zugleich einfühlsamer und dennoch roher Schritt und Tritt, der nicht mal mit "Back To The Roots" würdig beschrieben wäre. Nie hätte ich gedacht, dass Offspring sich nach fünf Jahren musikalischer Abstinenz SO zurückmelden würde. Die Platte strotzt vor Energie und Frische. Dexter schmettert mit seiner gewohnt markanten Stimme jeden Song in die willigen Gehörgänge, während Gitarrist Noodles und Bassist Greg mit gewohnter Präzision und gekonnten Melodien die Songs nur so federleicht dahin tragen, dass das Zuhören einem Feuerwerk vergangener und längst vergessener Feelings nahekommt. Grundsolide und den Offspringern würdig ist auch der neue Schlagzeuger, Pete Parada, der den Liedern kernig und kraftvoll den nötigen Druck verpasst - einwandfrei.

Insgesamt ist die neue Platte ein wahres Potpourri an allem, was sich der geneigte Fan wünscht. Epische Titel mit straighter Attitüde, schnelle Nummern, langsame Songs, balladeske Reißer, neue Sounds, Altbewährtes, pure Emotionen, Spaß, Freude, Party, gute Laune und die volle Packung "genau richtig fürs Auto"! :-) Selbst die weniger punkigen Rockfans dürften anhand so einer Vielfalt gut überrascht und begeistert sein.

Fazit: Wow, ich bin echt baff. Als ich beim B. das erste Mal die neue Scheibe hörte, dachte ich zunächst er verarscht mich, denn bis dato hatte ich nichts von einem neuen Album gehört. Genauso überrascht war ich dann vom frischen Sound, der doch so unwahrscheinlich vertraut klingt und sofort wieder Spaß macht. Als "alter" Fan wünscht man sich genau das! Somit gesellt sich Offspring zu den Bands, die es dann doch geschafft haben: Nämlich ein neues Alben zu veröffentlichen, welches alte wie neue Fans gleichermaßen überraschen und befriedigen dürfte, dem eigenen Stil treu bleibt, aber trotzdem Abwechslung bietet! Danke dafür! Das Album rockt, unbedingt reinhören ihr da draußen! UNBEDINGT!!!

Samstag, 7. Juni 2008

Weekend-Blues a.k.a Katerstimmung...


Kid Rock - Only God Knows Why

Mittwoch, 4. Juni 2008

Stille Tage im Klischee...

Lange lag dieses Blog brach; die Pausen wurden länger; Text wurde durch Fotos ersetzt oder komplett gestrichen... es gab einfach wenig zu schreiben bzw. zu wenig, was ich der ganzen Welt hätte mitteilen wollen. Das vergangene Jahr war ein ewiges Auf und Ab, ein konstanter Zustand zwischen Hoch und Tief; jeder war letztendlich froh, als es schließlich vorbei war. Und nun haben wir Juni: Die Hälfte von 2008 ist somit beinahe passé, ebenso wie ein gewisses Journalismus-Studium im Herzen Hessens, das nach vier Jahren sicher dem Ende zugeht – und dabei fühle ich mich doch so, als wäre ich gestern erst hierher gezogen.

Neben ein bisschen aufkeimender Wehmut und dem Schwelgen in vergangenen Momenten, wird es also höchste Zeit für ein gepflegtes Glas guten Rotweins (Cannonau Di Sardegna / 2003) und dem Geräusch der prasselnden Regentropfen, die gerade mit unnachgiebiger Zielstrebigkeit den Steinboden meines Hinterhofs benetzen. Eine perfekte Geräuschkulisse, um diesem Blog wieder ein wenig mehr Leben einzuhauchen, vielleicht mit einem aktuellen Tonträger-Relistening!? Eine ausführliche Betrachtung der wichtigsten deutschsprachigen CD des Jahres, die ohnehin in letzter Zeit viel zu oft im Hintergrund läuft...


Schneller, Höher, Weidner...

Die Rede ist, wie einige vielleicht schon am Titel des Blogeintrags erkannt haben mögen, vom ersten Solo-Album des Ex-Onkelz Bassisten und Songwriters Stephan Weidner, vielen schon in Onkelz-Zeiten eher bekannt als "Der W". Der W hat also ein Album veröffentlicht und gleich schrillt es aus dem Onkelz-Kader in zwei verschiedenen Tonlagen. Die einen freuen sich auf ein Soloprojekt von besonderer Qualität, wiederrum andere rümpfen die Nase und stimmen in die altbekannten "Die Onkelz wird es eh nie wieder geben, Weidner solo ist scheiße!"-Gesänge ein. Was Nicht-Onkelz-Fans und sonstige Dumpfbacken im Internet so abladen, will ich lieber gar nicht erst aufgreifen.

Man tut dem Mann zudem unrecht, wenn man "Schneller, Höher, Weidner" nach dem ersten Hören direkt als mittelmäßiges Werk ohne Tiefgang betitelt - ein guter Freund von mir hat diesen absurden Fehler in ähnlichem Wortlaut kürzlich begangen und wurde von mir dahingehend sofort belehrt! ;-)

Jetzt ist es natürlich so, dass man sich als Journalist einer gewissen Neutralität bedienen sollte. Die Leute von Spiegel-Online.de haben in einem Interview mit Weidner, welches im Vorfeld zur Veröffentlichung des Albums stattfand, diese Karte schon sehr professionell ausgespielt - meinen sie zumindest selbst. Aufmerksame Leser haben sich dagegen sehr oft gefragt, ob da nicht ein absoluter Anti-Onkel am Schreibtisch saß. Es ist schon lange her, dass ich ein Interview als derart einseitig und am Thema vorbei empfand. Doch abseits dieser immerwährenden Diskussionen und nie enden wollenden Anschuldigungen von anderen Presse-Leuten oder der allgemeinen Dummheit Menschheit, die es mittlerweile besser wissen sollte, will ich hier nicht weiter in alten Wunden bohren. Ich für meinen Teil war schon Onkelz-Fan bevor ich Journalist wurde und genau aus diesem Grund wird Nachfolgendes auch weniger objektiv, sondern durchweg subjektiv beschrieben. Sozusagen Eddy ganz privat! ;-) Der Fokus liegt ja auch auf der Musik.


Die reine Musik...

Stephan Weidner erschuf sein erstes Soloprojekt als einfühlsames, emotionales und sehr persönliches Werk. Gewohnt gute Rock-Musik harmoniert mit ehrlichen und oftmals zweideutigen Lyrics, die von moderner Poesie, schmerzhafter Direktheit bis hin zu brachialer Straight-To-The-Face-Attitude reichen. Weidner verarbeitet in diesen Zeilen viel Vergangenheit. Das Ende der Böhsen Onkelz ("Asche zu Asche") und der Tod eines guten Freundes ("Zwischen Traum und Paralyse") sind nur zwei der einprägsamen Themen, die sich ansonsten von Neid, Missgunst, Feinden, Freunden, der Depression des Zeitgeists, Kommerz, Konsumwahnsinn über Angst bis hin zu Vaterliebe erstrecken.

All das wird natürlich mit reichlich Pathos und einem ordentlichen Schuss Selbstironie angereichert, was viele Vergleiche mit den Onkelz nach sich zieht. Den Kenner wundert das nicht, da ja allgemein bekannt sein sollte, wer oftmals der „Kreative“ bei den Rocklegenden war. Zu meinen persönlichen Favoriten gehört übrigens der bereits erwähnte Song "Zwischen Traum und Paralyse", der mir bei jedem Hören aufgrund vergangener Abschiede das Wasser in die Augen treibt und das Lied "Stille Tage im Klischee", eine literarische Anspielung auf Henry Millers "Stille Tage in Clichy", das sich mit Alkoholismus beschäftigt, dennoch verdammt gute Laune macht. Dem schließen sich die rockigeren Nummern des Longplayers, beispielsweise "Geschichtenhasser" und "Mein bester Feind" an.

Insgesamt gesehen ist "Schneller, Höher, Weidner" ein kompromissloser Schritt in eine Solokarriere, die mit dieser einen Veröffentlichung hoffentlich erst anfängt. Weidner – fernab von Effekthascherei, bloßem Kommerz und aufgesetztem Pseudo-Intellekt – erzählt aus seinem Leben und verführt mit Text-Genialität und mitreißenden Melodien, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Für viele mag es vielleicht bessere Alben geben; für viele mögen die Onkelz nie wieder kommen und alles danach wie Aufguss klingen; für mich ist Weidners Scheibe aber einfach großartig. Ein Album, das in meinen Augen die Höchstwertung verdient – und das, obwohl es mein persönlicher Sommerhit 2008 ("Heiß") leider nicht mit aufs Album geschafft hat, dafür aber über MySpace als Dankeschön an alle Fans nachgereicht wurde! ;-)


Fazit: Fans der Onkelz können meines Erachtens bedenkenlos zugreifen, genauso wie Befürworter ehrlicher deutscher Rockmusik, die mit oberflächlichem Mainstream-Ejakulat nicht viel anzufangen wissen. Alle anderen sollten zumindest ein kurzes Ohr riskieren, denn ein emotionaleres und ehrlicheres Werk als "Schneller, Höher, Weidner" wird es in absehbarer Zeit wohl nicht so schnell geben.

Donnerstag, 24. April 2008

"On" bei Oi!:vision...

Gestern Nacht hab ich noch die Fotos von "Millencolin" fertig gemacht und heute sind die Shots schon online bei Oi!:vision! Shit, das ging ja verdammt schnell; der Eddy ist natürlich nicht ganz ohne Stolz! Man verzeihe mir also die schändliche Werbung in eigener Sache, aber das musste jetzt sein! *harhar* ;-)

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