Anleitung: Wie man kostenlos ICE fährt...
Eigentlich sollte ich diesen Eintrag mit "Warum ich die Bahn hasse, werde ich euch jetzt erklären..." anfangen, doch im Grunde, kann man ihr ja gar nicht böse sein! Ist halt die Bahn...
Donnerstag Nachmittag: Soeben habe ich den letzten Block hinter mich gebracht. „Projektmanagement“! Eines dieser sinnfreien Füllfächer zur latenten Beschäftigungstherapie, wie wohl einige meiner Studentenkollegen vermuten. Ich stehe in der warmen Sonne auf dem Parkplatz der FH Darmstadt, Campus Dieburg und sehne mich nach meinem voll aufgedrehten Autoradio, welches mich mit der nötigen Dosis Metal versorgt. Leider hält dieser Zustand nicht lange an, denn kaum 3 Minuten später stehe ich schon am Bahnsteig und warte...
Ich warte immer noch, als ich zum fünften Mal auf die Uhr schiele und zum wiederum fünften Mal bemerke, dass der scheiss Zug Verspätung hat. Toll, denk ich mir an dieser Stelle. Ich könnte jetzt in mein Auto steigen, mit schlappen 180 im Schnitt und der Unterstützung von Nightrage die A3 beglücken und mit meinem Gefährt nach Hause rasen. Stattdessen stehe ich voll bepackt wie ein gamudischer Kameltreiber an den Gleisen und verfolge den Sekundenzeiger der Bahnhofsuhr. Ich starte mit 15 Minuten Verspätung und der schlimmen Vorahnung, ich könnte unter Umständen meinen sehr sehr wichtigen Anschlusszug verpassen, in Richtung Aschaffenburg und mache derweil den Schaffner verrückt:
Ich: „Wie? Ich brauch ein Ticket zwischen Babenhausen und Stockstadt? Noch nie gehört? Warum denn, hab doch nen Studentenausweis, der hier in Hessen gültig ist, und das Bayernticket, für Bayern, passt doch!“
Das Schaffnerarschloch: „Ich werde mit ihnen nicht diskutieren. Für die Grenzfahrt brauchen sie ein extra Ticket und das Schwarzfahren kostet sie nun 40 Euro.“
Ich: „Warum? Was ist denn das für ne Logik? Grenzfahrt? Sind wir in der DDR? Ich zahle gar nix, schon gar nicht für ne Fahrt, die 15 Minuten zu spät begonnen hat und mich dazu veranlasst kostbare Minuten meiner Zeit in „Arsch-affenburg“ zu verbringen, wo ich doch zu Hause bei meiner Freundin sein könnte, um die zu beglücken, anstatt eine Stadt, die klingt wie das anale Erkundungsgebiet eines Primaten.“
Entweder hatte der Typ was geraucht oder nen zu guten Tag, oder einfach nur Mitleid; er ließ mich von dannen ziehen ohne mir meine letzten Pesos aus der Tasche zu leiern. In Aschaffenburg angekommen dann schließlich die traurige, aber bereites geahnte Ernüchterung bzw. Gewissheit. 10 Minuten Verspätung, Anschlusszug seit 3 Minuten fort. Danke Bahn, toll gemacht. Der Weg zum Schalter und die Beschwerde beim halbtauben Bahnmitarbeiter nutzten genauso wenig, wie der Versuch eine nette Bahnangestellte mit meinem Augenaufschlag dazu zu bewegen, mein Ticket umzutauschen.
Mir blieb nur eine Möglichkeit: Der ICE nach Würzburg, um kostbare Zeit zu gewinnen und die versiffte Regionalbahn, für die ich immerhin noch ein 19 Euro teueres Ticket besitze, einzuholen. Ab zum Gleis 8, ICE nach Würzburg und den Schaffner gekrallt. Ich muss wirklich bemitleidenswert ausgesehen haben, denn nach kurzer Erklärung der Sachlage, einem Hundeblick und dem ausgereiften Spruch „Ich appelliere an ihre Menschlichkeit“, lässt mich der nette und durchaus relaxte Typ im blauen Dress vor mir kostenlos mitfahren.
Ab Würzburg läufts wie am Schnürchen: Regionalbahn erwischt, Nürnberg erreicht, in Nürnberg 60 gnadenlose Cent fürs Pinkeln bei nem Kloladen namens McClean (oder doch eher McPiss?) berappt und schließlich um halb 12 Uhr „Nachts“ in Neumarkt von meiner Kleinen in den Arm genommen und vom Bahnhof abgeholt werden.
Was für ein Trip! In Zukunft fahr ich wieder mit dem Auto…
Donnerstag Nachmittag: Soeben habe ich den letzten Block hinter mich gebracht. „Projektmanagement“! Eines dieser sinnfreien Füllfächer zur latenten Beschäftigungstherapie, wie wohl einige meiner Studentenkollegen vermuten. Ich stehe in der warmen Sonne auf dem Parkplatz der FH Darmstadt, Campus Dieburg und sehne mich nach meinem voll aufgedrehten Autoradio, welches mich mit der nötigen Dosis Metal versorgt. Leider hält dieser Zustand nicht lange an, denn kaum 3 Minuten später stehe ich schon am Bahnsteig und warte...
Ich warte immer noch, als ich zum fünften Mal auf die Uhr schiele und zum wiederum fünften Mal bemerke, dass der scheiss Zug Verspätung hat. Toll, denk ich mir an dieser Stelle. Ich könnte jetzt in mein Auto steigen, mit schlappen 180 im Schnitt und der Unterstützung von Nightrage die A3 beglücken und mit meinem Gefährt nach Hause rasen. Stattdessen stehe ich voll bepackt wie ein gamudischer Kameltreiber an den Gleisen und verfolge den Sekundenzeiger der Bahnhofsuhr. Ich starte mit 15 Minuten Verspätung und der schlimmen Vorahnung, ich könnte unter Umständen meinen sehr sehr wichtigen Anschlusszug verpassen, in Richtung Aschaffenburg und mache derweil den Schaffner verrückt:
Ich: „Wie? Ich brauch ein Ticket zwischen Babenhausen und Stockstadt? Noch nie gehört? Warum denn, hab doch nen Studentenausweis, der hier in Hessen gültig ist, und das Bayernticket, für Bayern, passt doch!“
Das Schaffnerarschloch: „Ich werde mit ihnen nicht diskutieren. Für die Grenzfahrt brauchen sie ein extra Ticket und das Schwarzfahren kostet sie nun 40 Euro.“
Ich: „Warum? Was ist denn das für ne Logik? Grenzfahrt? Sind wir in der DDR? Ich zahle gar nix, schon gar nicht für ne Fahrt, die 15 Minuten zu spät begonnen hat und mich dazu veranlasst kostbare Minuten meiner Zeit in „Arsch-affenburg“ zu verbringen, wo ich doch zu Hause bei meiner Freundin sein könnte, um die zu beglücken, anstatt eine Stadt, die klingt wie das anale Erkundungsgebiet eines Primaten.“
Entweder hatte der Typ was geraucht oder nen zu guten Tag, oder einfach nur Mitleid; er ließ mich von dannen ziehen ohne mir meine letzten Pesos aus der Tasche zu leiern. In Aschaffenburg angekommen dann schließlich die traurige, aber bereites geahnte Ernüchterung bzw. Gewissheit. 10 Minuten Verspätung, Anschlusszug seit 3 Minuten fort. Danke Bahn, toll gemacht. Der Weg zum Schalter und die Beschwerde beim halbtauben Bahnmitarbeiter nutzten genauso wenig, wie der Versuch eine nette Bahnangestellte mit meinem Augenaufschlag dazu zu bewegen, mein Ticket umzutauschen.
Mir blieb nur eine Möglichkeit: Der ICE nach Würzburg, um kostbare Zeit zu gewinnen und die versiffte Regionalbahn, für die ich immerhin noch ein 19 Euro teueres Ticket besitze, einzuholen. Ab zum Gleis 8, ICE nach Würzburg und den Schaffner gekrallt. Ich muss wirklich bemitleidenswert ausgesehen haben, denn nach kurzer Erklärung der Sachlage, einem Hundeblick und dem ausgereiften Spruch „Ich appelliere an ihre Menschlichkeit“, lässt mich der nette und durchaus relaxte Typ im blauen Dress vor mir kostenlos mitfahren.
Ab Würzburg läufts wie am Schnürchen: Regionalbahn erwischt, Nürnberg erreicht, in Nürnberg 60 gnadenlose Cent fürs Pinkeln bei nem Kloladen namens McClean (oder doch eher McPiss?) berappt und schließlich um halb 12 Uhr „Nachts“ in Neumarkt von meiner Kleinen in den Arm genommen und vom Bahnhof abgeholt werden.
Was für ein Trip! In Zukunft fahr ich wieder mit dem Auto…
Mr.Edding - 14. Mai, 01:04









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