Wir ham die Schnauze voll...


Ein durchweg gelungener Feiertagsausflug war das am 01. November. Heimspiel in München, der TSV 1860 gegen die roten Teufel vom 1. FC Kaiserslautern. Leider war das Spiel selbst nicht halb so schön wie das traumhaft sonnige Wetter im Stadion, die schmackhaften Kaltgetränke oder die angenehme Gesellschaft der fast 50 Fans aus meiner Heimatstadt (einwandfrei organisiert wurde die Busfahrt inklusive ermäßigtem Stadioneintritt vom Löwen-Fan-Club Kreis Neumarkt).

Unsere Löwen haben es also einmal mehr glorreich vergeigt. Dabei hatten die ersten Minuten so vielversprechend ausgesehen. Alles stürmte Richtung Tor, Sekunden später riss es uns von der Stadionbestuhlung und die Freude über den Führungstreffer von Benny Lauth war groß. Doch die Ernüchterung folgte auf den Fuß. Der reguläre Treffer wurde uns zu Unrecht aberkannt. Eine eindeutige Fehlentscheidung der Schiedsrichter.


Katastrophal...

Was daraufhin folgte war ein enttäuschendes, kraftloses und uninspiriertes Gestoppsel wie aus dem Handbuch, nicht selten begleitet von frustrierten Pfiffen der Fans und gut gemeinten Ratschlägen der Sorte "schmeißt's doch endlich diesen Holzfuß raus!". Ab der zweiten Halbzeit waren die einzig verbliebenen und hörbaren Fans, die roten Teufel in ihrer kleinen Ecke. Der Rest der 24.000 Zuschauer war so leise, dass ich es kaum fassen konnte, bis schließlich zehn Minuten vor Schluss die Nordkurve mit einem markerschütternden "Wir ham die Schnauze voll!" der Mannschaft nicht unbedingt zum bitter nötigen Motivationsschub verhalf.

Letztendlich ist es das altbekannte Problem. Zu wenig Selbstvertrauen, immer wieder entscheidende Fehler. Teilweise hapert es schon an den Grundlagen und nicht selten hat man das Gefühl körperlicher Schmerzen, wenn man dem einen oder anderen beim "Fußball spielen" zuschaut. Kann es sein, dass demotivierte Mittelfeldspieler ihrer eigenen Abwehr nachlaufen, anstatt mal in die Vollen zu gehen? Und von der Kunst des "Ballstoppens" reden wir lieber gar nicht erst. Diese ganzen offensichtlichen Defizite sind im Stadion noch viel deutlicher sichtbar, als zu Hause vorm Fernseher.

Nichtsdestoweniger war der Ausflug toll, die Stadionatmosphäre wieder ein grandioses Erlebnis und ein wenig Training der Leidensfähigkeit hat ja noch keinem geschadet: Einmal Löwe, immer Löwe! Auf in den Abstiegskampf! Kämpfen Löwen, KÄMPFEN!!!

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