Straßen, Straßen, nichts als Straßen...
"Wir können hier nicht anhalten, das ist Fledermausland!"
Lasst euch von Red erzählen... "Red" heißt eigentlich Fredrick Bras und ist Vietnamveteran. Er hat längst vergessen, wer er einst war. Er hat auch vergessen, wann er geboren wurde oder woher er ursprünglich kam. Er hat vergessen, dass er einst eine Familie gründen wollte; Kinder. Damals, irgendwo in Louisiana, da hat man ihn geschnappt, sagt er. Man habe ihn in ein großes Flugzeug befördert, einen Helm aufgesetzt, eine schwere Knarre in die Hand gedrückt und auf "Chinks" schießen lassen, obwohl er das gar nicht wollte. Zurück kam er dann als gebrochener junger Mann, ohne Geld oder Heimat und ohne Freunde oder Familie, dafür mit einer Verletzung am rechten Bein, die ihn sein ganzes weiteres Leben begleiten sollte. Alle Menschen, die er unmittelbar nach seiner Rückkehr traf, verabscheuten ihn und tun es nicht selten noch heute.
Red geht, während er spricht. Er will nicht anhalten. Er sagt, wenn er anhält, dann stirbt er. Dann gäbe es keinen Grund mehr, seine Existenz zu rechtfertigen. Er sei vor einer ganzen Weile an einem riesigen Schild vorbeigelaufen. Auf dem stand "God is Lord"! Er hat seine Hosen runter gelassen und dagegen gepinkelt. "So much for being religious!" Mit Gott hat er seinen Frieden gemacht, als er sah, wie Wälder und Dörfer samt ihren Bewohnern niederbrannten und bis heute kann er nicht verstehen, warum das eigentlich geschah. Die Schreie verfolgen ihn in der Nacht. Jede Nacht.
Während am Horizont die Luft flimmert und die sengende Hitze den Asphalt aufweicht, geht Red alleine weiter; einsam; verlassen. Er hat für heute ohnehin genug geredet. Er will eigentlich gar nicht reden; nicht so viel. Er ist ständig auf der Flucht, vor sich selbst und vor einer Gesellschaft, die ihn nicht akzeptieren, nicht einmal wahrnehmen möchte. Er wird sich irgendwo Wasser und Vorräte klauen und weiterziehen. Aber er bleibt in der Gegend. Hier gibt es keine Tornados, keine Hurricanes und keine Erdbeben. Die Temperaturen fallen selten unter 0. Und wenn irgendwann die große Flut kommt, wird er sich auf eine Anhöhe setzen und warten, bis die Wüste grün wird. So macht er das schon immer, seit vielen vielen Jahren, auf den Straßen von New Mexiko. Fredrick Bras, Vietnamveteran.
(c) Tobias Stich
Lasst euch von Red erzählen... "Red" heißt eigentlich Fredrick Bras und ist Vietnamveteran. Er hat längst vergessen, wer er einst war. Er hat auch vergessen, wann er geboren wurde oder woher er ursprünglich kam. Er hat vergessen, dass er einst eine Familie gründen wollte; Kinder. Damals, irgendwo in Louisiana, da hat man ihn geschnappt, sagt er. Man habe ihn in ein großes Flugzeug befördert, einen Helm aufgesetzt, eine schwere Knarre in die Hand gedrückt und auf "Chinks" schießen lassen, obwohl er das gar nicht wollte. Zurück kam er dann als gebrochener junger Mann, ohne Geld oder Heimat und ohne Freunde oder Familie, dafür mit einer Verletzung am rechten Bein, die ihn sein ganzes weiteres Leben begleiten sollte. Alle Menschen, die er unmittelbar nach seiner Rückkehr traf, verabscheuten ihn und tun es nicht selten noch heute.
Red geht, während er spricht. Er will nicht anhalten. Er sagt, wenn er anhält, dann stirbt er. Dann gäbe es keinen Grund mehr, seine Existenz zu rechtfertigen. Er sei vor einer ganzen Weile an einem riesigen Schild vorbeigelaufen. Auf dem stand "God is Lord"! Er hat seine Hosen runter gelassen und dagegen gepinkelt. "So much for being religious!" Mit Gott hat er seinen Frieden gemacht, als er sah, wie Wälder und Dörfer samt ihren Bewohnern niederbrannten und bis heute kann er nicht verstehen, warum das eigentlich geschah. Die Schreie verfolgen ihn in der Nacht. Jede Nacht.
Während am Horizont die Luft flimmert und die sengende Hitze den Asphalt aufweicht, geht Red alleine weiter; einsam; verlassen. Er hat für heute ohnehin genug geredet. Er will eigentlich gar nicht reden; nicht so viel. Er ist ständig auf der Flucht, vor sich selbst und vor einer Gesellschaft, die ihn nicht akzeptieren, nicht einmal wahrnehmen möchte. Er wird sich irgendwo Wasser und Vorräte klauen und weiterziehen. Aber er bleibt in der Gegend. Hier gibt es keine Tornados, keine Hurricanes und keine Erdbeben. Die Temperaturen fallen selten unter 0. Und wenn irgendwann die große Flut kommt, wird er sich auf eine Anhöhe setzen und warten, bis die Wüste grün wird. So macht er das schon immer, seit vielen vielen Jahren, auf den Straßen von New Mexiko. Fredrick Bras, Vietnamveteran.
(c) Tobias Stich
Mr.Edding - 21. Apr, 00:00













Friisland
Random:Notes
Feenzeit
Panzerpunze
Supernova
damn...
Schade, dass er Gott nie kennengelernt hat. Sondern nur den Herrn der Lüfte mit all seinem Hass und der Zerstörungswut.
Ist Red eine Legende in Texas, oder hast du Ihn getroffen?
Oh, by the way, deine Karte ist heute nacht 6 langen Tagen eingetroffen... *g*
FETTES MERCY...
cya soon!
markus
Die Karte ist schon angekommen? Ja cool, des is ja nice! Hab grad mit der Heimat geskyped und da ist noch nix eingetrudelt! Hoffentlich schaffen's alles Karten übern großen Teich! :-)
Also, gibt es Red wirklich... ;)
Jup, nich dass Du noch vor deinen Karten da bist!! ;)